Psychische Erkrankungen - Haben wir nicht!? 

Über die Zunahme psychischer Erkrankungen

Stress, Hetze, Arbeitsverdichtung, Zeitdruck und Arbeitslast nehmen zu! Viele Betriebe ergreifen gesundheitsfördernde Maßnahmen, aber auch Sie selbst, als Individuum, können etwas für Ihre psychische Gesundheit tun.

Die meisten Menschen wissen einiges darüber, wie Sie ihre körperliche Gesundheit fördern können, während bislang große Ungewissheit darüber herrscht, wie sich die seelische Gesundheit schützen und fördern lässt. Persönlich liegt es mir sehr am Herzen, Sie vor psychischen Erkrankungen zu schützen. Denn sind Menschen erstmal seelisch erkrankt, ist der Leidensweg lang und der Genesungsweg steinig.

 

 

Gesellschaftlich betrachtet ist das ein wichtiges Thema. Berichte von Krankenkassen zeigen, dass es einen dramatischen Anstieg seelischer Störungen gibt. Gemessen an den Ausfalltagen stellen die seelischen Störungen die drittgrößte Krankheitsgruppe mit der längsten Krankheitsdauer bei Beschäftigten in Deutschland dar. Am häufigsten sind dabei Depressionen und Angststörungen, oft begleitet durch psychosomatische Beschwerden (z.B. Spannungskopfschmerzen, Schwindel, Tinnitus).

Die Gründe für die Zunahme seelischer Erkrankungen sind vielfältig.

 

Gesellschaftliche Gründe:

Depressionen werden von den Ärzten schneller und besser erkannt. Das Thema psychische Erkrankungen hat die Tabuzone verlassen, sodass gesellschaftliche Akzeptanz deutlich gestiegen ist. Außerdem haben die Menschen verstanden, dass es neben der körperlichen Gesundheit auch eine psychische gibt, dass beide Aspekte zusammenhängen und das Wohlbefinden beeinträchtigen können.

 

Gründe in der Arbeitswelt:

In der Arbeitswelt sind wir heutzutage mehr psychischen, als körperlichen Belastungen ausgesetzt, denn die Arbeitsbelastung durch Arbeitsverdichtung steigt und die Erholung ist durch die Entgrenzung erschwert. Arbeitsverdichtung liegt vor, wenn weniger Menschen die gleiche Arbeitsmenge bewältigen, Zeiträume für kurze Pausen wegrationalisiert, Handlungsspielräume verkleinert, Zeit für Entscheidungsprozesse verkürzt werden und E-Mails gleich beantwortet werden müssen – das Leben ist schneller geworden, die Arbeit ermüdender. Dem Anspruch, top fit zu sein, nachzukommen und sich in der Freizeit gut zu erholen wird erschwert durch die Entgrenzung der Arbeitswelt, z.B. sonntags Mails checken, ständig erreichbar sein, auch nach Feierabend und im Urlaub.

 

Geforderte Mobilität und Flexibilität gibt uns weniger Sicherheit. Weniger Sicherheit in Sachen Lebensplanung ist ein guter Nährboden für Existenzängste. Die hochangesehene Eigenschaft der „Flexibilität“ trägt zu mehreren Unternehmens- und Tätigkeiten-Wechseln im Lebenslauf bei. Die Bereitschaft für Mobilität erschwert solide Lebensplanung (z.B. mehrere Flugstrecken pro Tag/Woche, befristete Arbeitsverhältnisse, Leiharbeit). So gestaltet sich das Ausbilden sozialer Netze, die halt geben können, schwer. Die Beziehungen zu Kollegen werden quasi unter Vorbehalt geknüpft.

 

Wir können davon ausgehen, dass sie Belastungen in Zukunft zunehmen werden. Die Anforderungen am Arbeitsplatz werden in Zukunft wachsen. Damit wir diesen gewachsen sind, sollten wir unsere Ressourcen stärken.

 

Äußere Anforderungen zu verändern ist nicht immer möglich und wenn doch, dann dauert es oft lange. Was wir aber immer und zu jeder Zeit tun können ist: Sich selbst für diese Anforderungen stärken!

 

Warnung: Sätze wie „Reiß dich mal zusammen“, „Stell dich nicht so an“ sind absolut fehl am Platz!

 

Vortrag in Kooperation mit der VHS zum Thema psychische Erkrankungen finden Sie hier.

 

Wie Sie Ihre psychische Gesundheit schützen und trotz Stress ausgeglichen und leistungsstark bleiben erfahren Sie in dem Kursen der Mental Fresh Academy

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© Kristina Kost